Welser Figurentheater mit erfolgreicher FrĂŒhlings-RĂŒckkehr
Von Donnerstag, 13. bis Donnerstag, 20. MĂ€rz kamen rund 3.500 (2024: rund 3.000) Besucher zu den 40 (2024: 48) AuffĂŒhrungen der 80 (2024: 79) Gruppen und EinzelkĂŒnstler und sorgten somit fĂŒr eine Auslastung der SpielstĂ€tten von etwa 72 (2024: 61) Prozent. Somit werden die Intendantinnen Gerti Tröbinger, Ruth Humer und Maria DĂŒrrhammer Festival und YA auch 2026 um den FrĂŒhlingsbeginn herum organisieren: Und zwar von Donnerstag, 12. bis Donnerstag, 19. MĂ€rz.
Den Auftakt bildete der historische Animationsfilm âDie Abenteuer des Prinzen Achmedâ von Lotte Reiniger aus dem Jahr 1926. Stummfilmpianist Gerhard Gruber begleitete die AuffĂŒhrung live am Klavier und entfĂŒhrte das Publikum auf eine Zeitreise, die schlieĂlich in der Zukunft des Figurentheaters landete: Bei âFiguraâ von Sara Angius, ein intensives Zusammenwirken von Tanz und Figurenspiel.
Das YA bewies eindrucksvoll, wie vielfĂ€ltig das junge Figurentheater ist. Von Aleksandra Goslawskas âStand Upâ, in dem sie ihren persönlichen Werdegang und das Erleben des Scheiterns thematisierte, ĂŒber die Berliner Dystopie im Supermarkt âSuper â Die Einsamkeit der Wurstwarenâ bis hin zum furiosen Solo von Sara Angius in âLono â the woman with two navelsâ: Die auf der Stadttheater-BĂŒhne sichtbar werdende innere Zerrissenheit lieĂ das Publikum mit Standing Ovations reagieren.
Ein weiteres beeindruckendes Highlight war die Inszenierung von Franz Kafkas âDer Bauâ durch das Ensemble Freaks und Fremde. Im Alten Schlachthof wurde das fragmentarische Werk in einer dĂŒsteren, hochĂ€sthetischen Figurenkunst zum Leben erweckt. Ebenfalls dort begeisterte das Ensemble Wilde & Vogel mit âSongs for Aliceâ, einer musikalisch-theatralen Hommage an Alice im Wunderland.
Auch das junge Publikum kam auf seine Kosten: MĂ€rchen von Sara Wissner und Kulturmedaillen-TrĂ€ger Matthias Kuchta alias Lille Kartofler, Geschichten fĂŒr die Allerkleinsten vom Theater Nuu und Eva Kaufmann sowie das StĂŒck âSpielplatz Everestâ von Eva und Alexandra Kaufmann â das sich mit dem hochaktuellen Thema Fake News auseinandersetzte â sorgten fĂŒr ein vielfĂ€ltiges Programm.
Kulturreferentin VizebĂŒrgermeisterin Christa Raggl-MĂŒhlberger: âIn diesen acht Tagen wurde die gesamte Bandbreite des Figurentheaters spĂŒrbar: Von schallendem GelĂ€chter ĂŒber staunendes Schweigen bis hin zu TrĂ€nen der RĂŒhrung. Dieses Festival zeigte einmal mehr, welche Kraft und Emotionen das Figurentheater zu entfesseln vermag. Gratulation den Intendantinnen zum Besucherplus!â
Bildhinweise: Reinhard Winkler (bei Nennung Abdruck honorarfrei).